Angst begegnen

beitrag

Der Mensch ist ein ambivalentes Konstrukt aus Ratio und Emotio.
Ambivalente Grundstrukturen bedeuten fortlaufende Arbeitsmoral oder Verantwortungslosigkeit.
Der Antrieb sein eigenes Sein wissen zu wollen ist konstruktiv.
Der Antrieb anderes Sein verändern zu wollen ist destruktiv.
Natürlich kann anderes Sein nicht ständig geduldet werden und wird Streit und Auseinandersetzung bedeuten.
Sein wird Reibung bedeuten.
Reibung ist Energie und wo Energie frei wird, kann etwas frei werden.
Das wichtige ist nur, dass diese Freiheit mit Großzügigkeit, Empathie und vor allem mit Ehrlichkeit gelebt wird.
Treiben wir hingegen in Destruktivität, fällt es uns immer schwerer die eigene Wahrheit zu erkennen.
Es fällt uns schwer uns selbst zu sehen.
Je mehr wir uns belügen umso komplexer wird die innerliche (Un-)Durchsichtigkeit.
Doch wenn wir uns nicht sehen wollen, wer sollte es sonst wollen?
Wie kann ich Empathie verlangen ohne mit mir selbst empathisch zu sein?
Wie kann ich Streit erzwingen ohne mit mir hart ins Gericht gegangen zu sein?
Immer.
Denn Ängste treiben uns.
Ängste prüfen uns.
Sie lassen uns täuschen.
Sie dürfen sein.
Sie sollten uns nur nicht bestimmen.
Angst vorm eigenen Eingeständnis.
Die hat jeder Mensch.
Doch wenn wir einander nicht herausfordern.
Im Diskurs.
Im einander wissen wollen.
Im einander verstehen wollen.
Im einander wahrhaftig begegnen wollen.
Dann sind wir planlos und wollen uns festhalten.
Drum.
Halt dich selbst.
Lass deine innere Schönheit zu.
Belohne dich mit deinen Sehnsüchten.
Mit Achtung vor dir selbst.
Aus dir kommt Größe.
Aus dir kommt eine soziale Selbstverständlichkeit.
Nur:
Ohne Angst geht das nicht.
Bleib dran!
Du bist es wert!
Du bist das Juwel für eine strahlende Zukunft!
Du machst Zukunft!
Du! Bist! Verantwortlich!

Andreas Mittermeier

Zum angstgetriebenen Menschen.

Ich wollte schon lange einen Text über die Verantwortungslosigkeit in unserer aktuell bestehenden Gesellschaft schreiben.
Ich finde es schwer mit 29 Jahren sich dieses Recht herauszunehmen über eine Gesellschaft zu reden, die ich nur bedingt beurteilen kann. Und doch. Es ist mir wichtig.
Die Coronakrise zeigt, wie schwer wir uns mit ambivalenten Zuständen tun. Die Klimakrise zeigt, wie stark wir uns in eigener Verdrängung üben können. Die aktuellen Wahlumfragen (CDU/CSU: 26% | Grüne: 21% | SPD: 15% | FDP: 13% | AfD: 10% | LINKE: 7% | Sonst.: 8% || Forsa 28.07.21) zeigen wie verantwortungslos im Moment fortwährend gewählt werden würde.
Die aktuellen klimatischen Bedingungen (Jahrhunderthochwasser in Deutschland, Waldbrände in der Türkei, in Amerika usw., sich häufende Platzregenereignisse, Tennisball große Hagelkörner in Deutschland, uvm.) zeigen wie stark die Klimakrise schon im Gange ist und wie weit wir von tatsächlich notwendigen Schritten entfernt sind. Ich persönlich sehe in meiner Generation einen großen Politverdruss. Ich lese sehr viele Stimmen gegen Lösungsvorschläge und lese wenige Stimmen für Innovationen. Haben wir so sehr verlernt Innovation zuzulassen? Lassen wir unseren inneren Rudelinstinkt zu stark pulsieren und vergessen dabei die niedrigste maslovsche Bedürfnisstufe: Existenz/Physiologische Bedürfnisse (Essen, Trinken, Sauerstoff, usw.)?
Wie wollen wir überleben wenn unsere Ernte jährliche ausfällt?
Wie wollen wir zivilisiert über Dinge nachdenken und reden können, wenn uns jährlich eine Katastrophe heimsucht?
Wie wollen wir überleben ohne ein Ökosystem, das für den Menschen funktioniert?
Warum lassen wir uns so gerne belügen?
Vielleicht ist es Zeit, die eigenen Ängste nicht auf alles zu projizieren, sondern der Wahrheit ins Auge zu blicken: Wir brauchen drastische Veränderung. Im Kleinen und im Großen. Das wird nicht weh tun, aber es wird uns natürlich nicht leicht fallen.